5. Dezember 2025
EU-Schwellenwerte ab 2026: Mehr Chancen - aber nur für Unternehmen, die schnell prüfen können
Raphael Mielke (Mitgründer von Scelion)
Ab 1. Januar 2026 gelten neue EUSchwellenwerte für öffentliche Aufträge. Die Beträge, ab denen EU weit ausgeschrieben werden muss, werden leicht angepasst. Für öffentliche Auftraggeber heißt das: EU weite Vergaben schon bei teilweise geringeren Volumina. Für Unternehmen bedeutet es: mehr Wettbewerb um die großen Verfahren.
Die neuen Schwellenwerte 2026 - 2027 im Überblick
Für EU weite Vergabeverfahren gelten ab dem 1. Januar 2026 unter anderem folgende Schwellenwerte (jeweils netto):
Klassische Auftraggeber (Richtlinie 2014/24/EU)
Liefer und Dienstleistungsaufträge zentraler Behörden: 140.000 EUR
Liefer und Dienstleistungsaufträge sonstiger (subzentraler) Auftraggeber: 216.000 EUR
Bauaufträge: 5.404.000 EUR
Soziale und andere besondere Dienstleistungen (Anhang XIV): 750.000 EUR
Sektorenauftraggeber (Richtlinie 2014/25/EU - Wasser, Energie, Verkehr, Post)
Liefer , Dienstleistungsaufträge und Planungswettbewerbe: 432.000 EUR
Bauaufträge: 5.404.000 EUR
Konzessionen (Richtlinie 2014/23/EU)
Bau und Dienstleistungskonzessionen: 5.404.000 EUR
Ab diesen Werten ist grundsätzlich ein EU weites Verfahren erforderlich. Aufträge darunter können nach nationalem Recht vergeben werden, oft mit deutlich schlankeren Verfahren.
Über oder unter Schwellenwert → unterschiedliche Regeln
Ob ein Auftrag über oder unter dem Schwellenwert liegt, ist keine Nebensache.
Davon hängen unter anderem ab:
welches Vergaberegime gilt (EU Vergaberecht vs. nationale Regelungen)
wie formal das Verfahren abläuft
welche Eignungs-, Referenz und Umsatzanforderungen erfüllt werden müssen
wie umfangreich die geforderten Unterlagen und Nachweise sind
In vielen Fällen ist ein Unternehmen also formal gar nicht zugelassen - oder der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Chance. Das Problem: Diese Information versteckt sich meist in langen Texten, Teilnahmebedingungen und Leistungsverzeichnissen.
Der Alltag ohne Unterstützung
In der Praxis sieht das häufig so aus: Ein Team lädt die Unterlagen herunter, blättert sich durch zig Seiten PDF, markiert Anforderungen, gleicht sie manuell mit bisherigen Referenzen, Kennzahlen und Zertifikaten ab - und stellt nach einer Stunde fest: „Eigentlich passen wir nicht ins Raster“ oder „Der Schwellenwert und die Verfahrensart machen das für uns unattraktiv“.
Bis dahin sind aber bereits wertvolle Ressourcen gebunden. Multipliziert mit vielen Ausschreibungen pro Monat wird Qualifizierung schnell zum Flaschenhals.
Wie Scelion das Thema Qualifizierung entschärft
Hier setzt Scelion an und macht aus dem „Lesemarathon“ einen strukturierten Entscheidungsprozess in wenigen Augenblicken.
Die Plattform:
erkennt automatisch, ob ein Verfahren über oder unter dem EU-Schwellenwert liegt
liest Bekanntmachung und Vergabeunterlagen mit KI aus und extrahiert
zentrale Eckdaten (Auftragsart, Volumen, Laufzeit, Verfahrensart, Fristen)
identifiziert Eignungs , Referenz und Umsatzanforderungen
matcht diese Informationen mit dem hinterlegten Unternehmensprofil (Branchenfokus, Referenzen, Zertifikate, Größen und Umsatzklassen)
Das Ergebnis ist eine schnelle Einschätzung, ob ein Verfahren grundsätzlich geeignet ist - inklusive der Hinweise, welche Anforderungen gut abgedeckt sind und wo Risiken liegen.
Mehr Fokus auf passende Ausschreibungen
Wenn Qualifizierung nicht mehr eine Stunde pro Verfahren dauert, sondern wenige Sekunden, verändert das den gesamten Vertrieb auf öffentlichen Märkten:
Teams sortieren unpassende Ausschreibungen früh aus.
Die frei werdende Zeit fließt in die wirklich attraktiven Verfahren.
Angebote können gezielter und professioneller ausgearbeitet werden.
Mit den neuen EU Schwellenwerten ab 2026 wächst die Zahl der relevanten Ausschreibungen. Unternehmen, die schnell erkennen, welche Verfahren wirklich zu ihrem Profil passen, haben in diesem Umfeld einen klaren Vorsprung - und genau dafür ist Scelion gebaut.
Quelle: Delegierte Verordnung (EU) 2025/2152, 2025/2151, 2025/2150
